Pflegewissen von A - Z

Alles Wissenswerte rund um die Pflegeversicherung

  • Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung
  • Begrifferklärung - wie z.B. wann ist man pflegebedürftig
  • Kosten im Pflegefall - pro Pflegegrad und je Pflegeart

 

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Was ist die gesetzliche Pflegepflichtversicherung?

Seit dem 1. Januar 1995 gibt es die soziale Pflegeversicherung als gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung. Sie soll eine Grundabsicherung sein. Ist aber nicht dazu gedacht, alle Kosten im Pflegefall zu decken.

Wann ist man pflegebedürftig?

Pflegebedürftig sind nach dem Gesetz Personen die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Pflegebedürftigkeit besteht nur, soweit die körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensiert oder bewältigt werden können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich aber für mindestens 6 Monate andauern.

Wann gibt es Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Bevor die gesetzliche Pflegeversicherung leistet, müssen durch eine Pflegegutachten einige Dinge geklärt sein:

  • Besteht überhautp eine Pflegebedürftigkeit?
  • Wenn ja, in welchen Pflegegrad wird man eingestuft?
  • Erfolgt die Pflege dann zu Hause von Angehörigen oder von einem ambulanten Pflegedienst. Oder in einem Pflegeheim?

Welche Bereiche fließen in die Begutachtung ein, die zum Pflegegrad führen?

Sechs verschiedene Bereiche fließen in das Begutachtungsverfahren in unterschiedlicher Gewichtung ein: 

  • 40 % Selbstversorgung
  • 20 % Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen
  • 15 % Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
  • 10 % Mobilität
  • 7,5 % Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • 7,5 % Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Danach bemisst sich der Grad der Selbstständigkeit und die sich daraus ergebenden Punkte regeln die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade.

Welche Pflegegrade gibt es?

Es gibt seit 01.01.2017 fünf Pflegegrade. Damit und aufgrund des neuen Begutachtungsverfahrens soll auch Demenzkranken bessere Zutritt zu den Leistungen gewährt werden. Die sich ergebenden Punkte aus dem Begutachtungsverfahren regeln die Einstufung in einen Pflegegrad. Dieser ist unter anderem ausschlaggebend für die finanziellen Leistungen im Pflegefall durch den Staat.

Pflegegrad 1 - geringe Beeinträchtigung (0 bis unter 12,5 Punkte)
Pflegegrad 2 - erhebliche Beeinträchtigung (12,5 bis unter 47,5 Punkte)
Pflegegrad 3 - schwere Beeinträchtigung (47,5 bis unter 70 Punkte)
Pflegegrad 4 - schwerste Beeinträchtigung (70 bis unter 90 Punkte)
Pflegegrad 5 - schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Betreuung (90 bis 100 Punkte)

Welche Leistungen zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung und wie hoch sind diese?

Jedem Pflegebedürftigen stehen gesetzlich vorgeschriebene Leistungen zu.  Grundvoraussetzung für die Inanspruchnahme von Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die Einstufung in einen Pflegegrad.

Leistungen für die häusliche Pflege

Pflegegrad

Pflegegeld monatlich

Pflege durch z.B. Angehörige

Pflegesachleistung monatlich

Pflege durch Pflegedienst

1 - -
2 316 € 689 €
3 545 € 1.298 €
4 728 € 1.612 €
5 901 € 1.995 €

Pflegegeld

Pflegebedürftige, die z.B. durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld. Dieses wird alternativ zur Pflegesachleistung gezahlt.

 

 

Pflegesachleistung

Werden Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld von zugelassenen ambulanten Pflegediensten gepflegt, erhalten Sie eine Pflegesachleistung. Sie wird vor allem für die Hilfestellung bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung verwendet.

Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistung

Falls der monatliche Höchstbetrag für die Sachleistung an einen Pflegedienst nicht vollständig in Anspruch genommen wird, gewährt die Pflegeversicherung ein anteiliges Pflegegeld. Man erhält dann jedoch nicht beide Leistungen zu vollen Teilen, sondern das Pflegegeld verringert sich anteilig.

 

Leistungen für stationäre Pflege im Pflegeheim

Pflegegrad

Kurzzeitpflege

pro Jahr

Teilstationäre Pflege

pro Monat

Vollstationäre Pflege

pro Monat

1 - - 125 €
2 1.612 € 689 € 770 €
3 1.612 € 1.298 € 1.262 €
4 1.612 € 1.612 € 1.775 €
5 1.612 € 1.995 € 2.005 €

Kurzzeitpflege

Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Pflege)

Vollstationäre Pflege

Kurzzeitpflege kommt, wie die Verhinderungspflege, nur für einen begrenzten Zeitraum in Betracht. Sie kann für längstens vier Wochen je Kalenderjahr in Anspruch genommen werden in Fällen, in denen vorübergehend weder häusliche noch teilstationäre Pflege möglich ist. Der Pflegebedürftige wird vorübergehend in einer zugelassenen Kurzzeitpflegeeinrichtung, zum Beispiel in einem Pflegeheim, ganztägig betreut. Das Pflegegeld wird zur Hälfte weitergezahlt. Die Pflegeversicherung leistet nicht für Unterkunft und Verpflegung. Sie übernimmt nur die pflegebedingten Kosten, die Aufwendungen für die soziale Betreuung und für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege einheitlich für alle Pflegebedürftigen.

 

Hierbei handelt es sich um Pflegeeinrichtungen, in denen der Pflegebedürftige nur tagsüber oder nur nachts gepflegt wird. Die Pflegeversicherung übernimmt lediglich die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen, die Aufwendungen der medizinischen Behandlungspflege und der sozialen Betreuung. Darüber hinausgehende Kosten, zum Beispiel für Unterkunft und Verpflegung, sind vom Pflegebedürftigen selbst aufzubringen. Im Kalendermonat werden Leistungen bis zu den Höchstbeträgen zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Wenn weder die häusliche noch die teilstationäre Pflege möglich ist oder wegen der Besonderheiten des einzelnen Falles nicht in Betracht kommt, kann vollstationäre Pflege gewährt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Unterbringung des Pflegebedürftigen in einer durch einen Versorgungsvertrag zugelassenen Einrichtung der vollstationären Pflege erfolgt.

 

 

 

 

 

Die Kosten im Pflegefall sind hoch

Quelle: Eigene Recherchen des Münchener Verein bei den Pflegekosten im Durchschnitt in Gesamt-Deutschland. In der ambulante Pflege liegen bei Pflegegrad 1 die Kosten der Pflege durch Angehörige zugrunde.

Persönliche Beratung unter Tel. 089 - 15 88 19 48

Mo. - Do. 9 - 12 Uhr

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